|
Zu
unserem Selbstverständnis als Burschenschafter gehört
auch die Tradition der Fortführung des Waffenstudententums,
die sich in dem akademischen Fechten manifestiert, der Mensur.
Wohl
kaum eine andere Facette des Lebens in den sog. "schlagenden
Verbindungen" wird in der Öffentlichkeit als so
unzeitgemäß betrachtet, wie das studentische
Fechten. Die wildesten Gerüchte und Schauermärchen
sind meist gerade gut genug, um diesen scheinbar archaischen,
häufig als "Ritual" bezeichneten Bestandteil des Burschenlebens
anzuprangern.
Dabei
wird der tiefere
Sinn der Mensur meist überhaupt nicht genannt oder
geleugnet. Es wird so getan, als ob die manchmal bei einer Mensur
enstehenden "Schmisse" von den Waffenstudenten
bewußt gewollt sind, womit man die ganze Angelegenheit
geradezu als masochistisch zu verleumden versucht. Dabei steht die
körperliche Einwirkung der Mensur in gar keinem
Verhältnis zu den Gesundheitsschäden vieler anderer
Sportarten, gerade heute, wo sog. "Extremsportarten", wie
"Bungee-Jumping", "free-climbing" oder auch Thai-Boxen usw. geradezu
massenhaft grassieren, ist die Empörung über das traditionsreiche
und mit tieferen Sinn ausgestattete studentische Fechten geradezu
lächerlich. Die Mensur stellt eben nicht, wie häufig
behauptet, eine Begegnung mit tödlichen Waffen dar, sondern
ist heute die einzige aus Europa stammende und noch gepflegte Form
eines ritterlichen Zweikampfs mit straffen
Reglement.
Gerade
deshalb ist
der Sinngehalt der Mensur auch heute eine aktuelle Frage und letztlich
eine notwendige Entscheidung, die sich für jeden an den
studentischen Verbindungen interessierten Studenten, noch stellt.

|